Das leidige alte Thema

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Manchmal stelle ich mir vor, wie schön es wäre, mich nach Monaten zurückzumelden und tatsächlich erfolgreich gewesen zu sein. Aber nein. Für jetzt muss der Zurückmelden-Teil reichen, der Erfolgreichsein-Teil dauert wohl noch etwas. Da bin ich wohl wie jeder andere auch, mit etwas Druck von Außen in Form einer Deadline arbeite ich definitiv zuverlässiger, wenn mir etwas schwerfällt. So wie das Abnehmen. Und das Wenigeressen. Meine Deadline – selbstgesetzt – ist so Mitte 2019, also in 18 Monaten. Weil ich ja da so langsam übers Schwangerwerden nachdenken will, und dazu müssen so ein paar Pfündchen noch runter. Trotz der Ostertage, die mich wahrscheinlich wieder um zwei Monate zurückgeworfen haben, bin ich also irgendwie bester Dinge. Und weil ich mich nicht in Selbstmitleid baden möchte, hier die Liste der positiven Sachen:

  • Wir waren über Ostern bei meinen Eltern und es gab keinen Streit! Das ist wirklich etwas sehr Ungewöhnliches. Wir hatten einfach schöne Tage – wieso kann es nicht immer so sein…
  • Ich habe auch nicht zugenommen – einfach nur kein Gewicht verloren. Immer positiv denken!
  • Seit Mitte Januar bin ich sportlich sehr aktiv – fast jeden Morgen stehe ich früh auf und mache Yoga. Mein Körper ist schon viel flexibler geworden, und es gibt sogar Tage, an denen ich es nicht total ätzend finde.
  • Meine Ernährung war überwiegend gut in den letzten Wochen. Ich esse zwar mal wieder zu gerne, aber sehr gesund. Keine billigen, stark verarbeiteten Lebensmittel!

Manchmal tut es gut, einfach mal aufzuschreiben, was gut ist. Und wie gesagt – ich bin guter Dinge, dass ich mein Ziel irgendwann erreichen werde!

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Drei Wochen

Wie lang sind drei Wochen? Frag mich das mal am Montagmorgen um neun, wenn es noch drei Wochen bis zu meinem Urlaub sind. Lang! So lang! Ewig.

Frag mich nochmal. Aber diesmal sind es nicht drei Wochen bis zu meinem Urlaub, sondern drei Wochen, bis mein Schwiegervater sterben wird. Drei Wochen sind einfach viel zu kurz, wird meine Antwort sein. Mich hat natürlich niemand gefragt. Es ist einfach passiert. Die drei Wochen sind vergangen und er ist gestorben. Das war im Oktober. Ende September waren wir noch da und es war gar nicht so endgültig. Die Ärzte sagten, wir sollten nicht bis Weihnachten planen. Weihnachten, das war noch drei Monate entfernt. Wenn Ärzte sowas sagen, dann beginnt ein merkwürdiger Prozess, in dem das Gehirn zum ersten Mal versucht, die Zeit zu verstehen. Die Vergänglichkeit zu verstehen. Was bedeutet das, nicht bis Weihnachten planen? Es ist wie mit dem rosa Elefanten, an den man nicht denken soll und dann doch genau daran denkt. Man soll nicht planen und fängt an zu planen, was sein wird und was ist. Das Ergebnis ist aber immer dasselbe: Es ist unvorstellbar, dass ein geliebter Mensch Weihnachten einfach nicht mehr da sein wird. Wir saßen Ende September in seinem Zimmer im Krankenhaus. Natürlich wussten wir, dass es bald vorbei sein wird. Sein Körper schrie es uns entgegen, wie Körper das nunmal tun, wenn sie voller Krebs sind und der Krebs sie langsam übernimmt. Trotzdem. Es war alles so surreal. Wir verließen das Krankenhauszimmer und das Gehirn weigerte sich sofort wieder, das Gesehene zu akzeptieren. Alles war wie vorher und Weihnachten würde alles wieder gut werden. Wir fuhren zurück nach Berlin. Weihnachten würde alles wieder gut werden. Wir bekamen Statusupdates, wie es bergab ging, dass er mehr Morphin bekam. Aber Weihnachten, Weihnachten würde alles wieder gut werden.

Als wir uns verabschiedeten im Krankenhaus, war es nichts Endgültiges. Bis in drei Wochen, sagten wir. In drei Wochen kommen wir wieder. Doch es gab kein „Bis in drei Wochen“. Zweieinhalb Wochen später war mein Schwiegervater gestorben.

Seitdem versucht mein Gehirn, den Tod zu verstehen. Ohne Erfolg.

Bilanz nach 30 Tagen

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Ich habe die Pille erst einmal nicht abgesetzt. Und weiter tapfer durchgehalten. Bis jetzt habe ich 5,3 kg verloren, allerdings habe ich immer mehr das Gefühl, leider zu stagnieren. Gerade heute bin ich wieder auf dem Gewicht von vor zwei Wochen! Ehrlich, an zu viel Essen kann es nicht liegen. Seit Wochen gucken mich alle auf der Arbeit komisch an, weil ich nur noch Gurken knabbere oder einen Joghurt mit Obst… Liegt es an der Pille? Oder ist bei fünf Kilo einfach eine unsichtbare Grenze erreicht, an der man erst eine Weile verweilen muss? Die gute Nachricht ist natürlich, dass ich mit 84 kg nicht mehr im Adipositasbereich bin, sondern nur noch übergewichtig! Das freut mich. Mein nächstes Ziel: 81 kg. Das würde bedeuten, dass es dann nur noch zehn Kilo bis zu meinem ersten großen Ziel sind: 71 kg, etwas, das ich als volljähriger Mensch niemals hatte – Normalgewicht.

Ich habe gemerkt, dass ich motivierter bin, wenn ich mich regelmäßig belohne. Deshalb wird jetzt ausnahmslos jeder Wegpunkt gefeiert. Ich muss lernen, auch mal auf Dinge stolz zu sein, die nicht schon das Endziel sind. Auch daran, dass es „nie genug“ war, und dass ich mir nie erlaubt habe, auch mal stolz zu sein auf „nur“ 2 kg weniger, sind einige meiner vergangenen Versuche gescheitert. Deshalb mach ich es diesmal bewusst anders.

Verlorene Woche

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Letzte Woche habe ich nicht abgenommen. Und das trotz vorbildlicher Ernährung! Und viel Sport! Ich will es mal nicht übergeneralisieren, es ist ja erst die zweite Woche. Aber es ist genau die Situation, in der ich mich in jeder Diät irgendwann befand, und ein wenig deprimierend ist es schon, wenn man sich jeden Tag anstrengt und am Ende dann einige hundert Gramm mehr auf der Waage stehen.

Ich hatte zufällig meinen Kontrolltermin bei meiner Frauärztin, und die hat mir bestätigt, was ich schon befürchtet hatte. Meine Pille ist bekannt dafür, Gewichtsprobleme hervorzurufen, und macht das Abnehmen sehr schwer. Na toll. Außerdem solle ich meine Schilddrüse untersuchen lassen. Ich habe das direkt mal gegoogelt und sofort was gelernt: Gleich morgen gehe ich mal Jodsalz kaufen, denn scheinbar sollte man das, um einem Jodmangel vorzubeugen. Einen Arzt kann ich nicht ersetzen, aber da die anderen Symptome nicht auf mich zutreffen, vermute ich, dass meine Schilddrüse funktioniert. Einen Termin mache ich morgen trotzdem mal, denn Dr. Google vertraue ich lieber nicht meine Gesundheit an ;)

Meine Pille wäre morgen sowieso zuende und ich spiele gerade mit dem Gedanken, die nächste einfach nicht anzufangen, und mal zu gucken, was das bringt. Das ist ja zum Glück ein Medikament, das man ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen kann. Falls die Pille wirklich Ursache dafür ist, dass ich trotz mustergültigen Verhaltens nicht abnehme, kann ich ja auch nochmal zu meiner Ärztin gehen und evtl. auf eine andere Pille umsteigen. Auf der anderen Seite finde ich das nur semitoll, denn ich nehme die Pille ja aus einem guten Grund…

Die Bekehrung der Chiaverabscheuerin

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Ich springe für gewöhnlich auf jeden Hypetrain auf (wenn es ums Essen geht). Deshalb war ich auch eine der ersten, die im Berlin vergangener Jahre bis ans andere Ende der Stadt fuhr, um Chiasamen aufzutreiben, denn ich hatte gelesen, dass die sehr gesund seien. Außerdem sahen sie verdammt toll im Smoothie aus, und Pudding konnte man daraus angeblich auch machen… die Frauke vergangener Tage lief also mit ihrem Beutel Chiasamen zurück in ihre Küche – und wurde nach kurzer Zubereitungszeit bitter enttäuscht. Es. Schmeckte. Grauenhaft. Und diese Konsistenz! Glibberiger Froschlaich, igitt! Egal, wie gesund es auch sein sollte, das war zu viel des Guten. Zwar wurden den Chiasamen in den folgenden Jahren noch einige Chancen gegeben, aber wenn mich jemand fragte, was ich so richtig widerlich fand, war meine Antwort stets: Chiasamen. Buärgh.

Tja, das hat jetzt ein Ende. Seit heute bin ich Offizieller Fan von Chiasamen. Bei einer Streiftour durch das World Wide Web entdeckte ich durch Zufall dieses Rezept, und das sah so lecker aus, dass ich es unbedingt probieren musste (in leicht veränderter Form, siehe unten). Was soll ich sagen? Es schmeckt fantastisch! Probiert es aus – dieser Chiapudding macht lange satt, absolut glücklich und enthält dabei nur Gutes!

Chiapudding mit bekehrender Wirkung

  • 1/4 Tasse Chiasamen, die doppelte Menge Wasser
  • Vanille, Zimt
  • Cashewkerne (ungefähr 1/3 Tasse)
  • Datteln (für die Süße – ich habe 5 benutzt)
  • 1/4 Tasse Macadamiamilch

Chiasamen, Macadamiamilch und Wasser vermischen und Quellen lassen, bis die Samen weich sind. Datteln grob zerkleinern. Alle Zutaten in einen Standmixer geben und zerkleinern, bis ein Brei entsteht – fertig! Wie man auf dem Foto sehen kann, habe ich frische Mango, Banane und Beeren hinzugegeben. Superlecker!

Ein Dämon weniger

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Ich bin ja nun ein chronischer Durchdenker. Jede Situation wird bis zum Erbrechen wiedergekäut, bis ich wirklich das Gefühl habe, sie in all ihren Facetten verstanden zu haben. Das geht von einer etwas ruppigen Äußerung meiner Kollegin bis hin zu meinen zahlreichen Versuchen, endlich abzunehmen. Meine Diäten scheitern normalerweise recht schnell. Ich starte motiviert, aber beim kleinsten Hindernis bleibe ich hängen und höre auf. Jedem anderen würde ich immer raten, seinen Dämonen in die Augen zu sehen, nur ich selbst habe das beim Thema Gewicht bisher nicht geschafft. Gut – schwierige Vergangenheit (Essstörung, Depressionen). Aber kann mich das jetzt, nach all den Jahren, tatsächlich noch so beeinflussen? Leider ja. Ich habe es gestern wieder bemerkt. Ich habe mich in der letzten Woche jeden Tag gewogen. Ja, ja – nicht jeden Tag wiegen, einmal pro Woche reicht, ich weiß. Ich weiß aber auch, dass meine letzte Diät auch deshalb so unerträglich war, weil ich in der Woche nie wusste, ob alles okay ist. Das hat mich und infolgedessen Freund Martin erst schlecht gelaunt und dann wahnsinnig gemacht. Deshalb habe ich mir dieses Mal gedacht, so what. Dann eben jeden Tag. Und die Woche über war es auch kein Problem. Klar war auch ein Tag dabei, an dem das Gewicht wieder raufging. Das hat mir aber so gut wie gar nichts ausgemacht, weil ich ja wusste, dass es nur ein Tag ist und damit überschaubar. Wenn nach einer Woche wieder etwas mehr auf der Waage stand, war die Anstrengung, die ich hinter mich gebracht hatte, so groß gewesen, dass die Enttäuschung überwog und ich meist aufgegeben habe. Ich werde es deshalb zunächst weiter versuchen und mich jeden Tag wiegen.

Nun zu meinem Dämon. Gestern war Weinabend mit meiner lieben Kollegin und zwei lieben ExkollegInnen. Wein, Käse, Brot und leckere Aufstrich vom türkischen Supermarkt meines Vertrauens warteten auf uns. Da ich ja einen „Cheatday“ pro Woche so oder so eingeplant habe, war das an sich kein Problem. Ich merkte aber, wie der Druck stieg. Was, wenn ich mir den Erfolg der Woche kaputtmache? Was, wenn ich danach noch mehr wiege als vorher? Und so zog es sich über den ganzen Abend bis in den Morgen hinein. Ich wachte mit dem Gedanken auf: Vielleicht wiege ich mich heute besser nicht. Und die entsprechenden Argumente im Kopf waren sehr überzeugend… mir nicht das Wochenende kaputtzumachen, ein Tag ginge ja auch ohne, etc., etc., etc. Bis ich auf einmal realisierte, dass genau das immer der Beginn meines Aufgebens war: eine „Ausnahme“ mit guter Begründung, auf die weitete Ausnahmen folgten. Aber nicht diesmal! Irgendwann muss damit mal Schluss sein. Also, rauf auf die Waage, und siehe da – ein Plus von 100g seit gestern morgen, also so gut wie gar nichts. Zack, Dämon besiegt. Weitermachen.

Selbstanalyse (Teil Siebenhundertachtundsechzig)

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Tja. Mittlerweile existiert dieser Blog seit mehr als einem Jahr. Begonnen habe ich, um von meinem Abnehmabenteuer zu berichten. Was ist passiert? Das übliche. Ich habe begonnen, war bei der ersten Gewichtszunahme so enttäuscht und am Boden, dass ich komplett aufgehört habe, hatte nicht mehr den Mut auf die Waage zu steigen und zack! – stehe ein Jahr später hier mit fünf Kilo mehr als zu Beginn. Ja, ich hatte gerade den Mut, mich zu wiegen. Hat nur vier Monate gedauert, denn eigentlich wollte ich bereits zu meinem Geburtstag im April anfangen. Wovor habe ich Angst? Ehrlich gesagt, davor, wieder durchzudrehen. Als ich sechzehn war, war ich auf einem ziemlich guten Weg in eine Essstörung, und habe mich mit meinem Gewicht total fertig gemacht. Ich weiß, dass ist jetzt zehn Jahre her, aber diese Sechzehnjährige ist noch irgendwo in mir und ich weiß nicht, ob ich stärker bin als sie. Außerdem ist da Freund Martin, der meine Stimmungsschwankungen immer voll abkriegt, was auch nicht fair ist. Wir wissen alle, dass ich gerade nur versuche, Gründe vorzuschieben, weshalb ich es nicht schaffe anzunehmen. Seufz. Ich bin echt schlecht im „In-etwas-nicht-gut-sein“. In der Schule, im Studium und im Beruf fliegt mir alles zu, da bin ich spitze. Lernen ist mein Hobby, ich liebe es und es fällt mir leicht. Aber abnehmen? Nee, darin bin ich richtig scheiße. Ich bewundere Leute, die das echt durchziehen. Die sind meine absoluten Idole, und ich würde gerne irgendwann sagen: Ja, ich habs geschafft, die 20 kg sind runter!

Positiv ist, dass ich mich meistens gar nicht so schlimm fühle. Gut fühle ich mich allerdings auch nicht – das belastet mich und auch meine Beziehung. Die ist mir das heiligste und sollte nicht leiden. Deshalb hier, ultimativ die Top-3-Gründe, weshalb Frauke es endlich mal durchziehen muss:

1. Meine Beziehung. Ich bin dann weniger unzufrieden, mag mich selbst mehr und das wird sich positiv auf meine Beziehung auswirken.

2. Gesundheit. Laut BMI bin ich leicht adipös (Oh Gott, so schlimm war es vorher nie!), und das ist nicht gesund. Vor allem, wenn ich schwanger werde und dann noch mehr zunehme…

3. Es mir selbst beweisen. Es kann doch nicht sein, dass ich da ständig drunter leide, und dann nichts unternehme. Das klingt nicht nach mir, und ich würde jedem sagen, dass er etwas ändern sollte, der so über sein Gewicht und seinen Körper spricht wie ich. Also ran an den Speck.

Puh. Es tat gut, sich das von der Seele zu reden. Mein Startgewicht: 89,5 kg. Mein Plan: Babyschritte. Erstmal auf 85 kg runter. Ich werde endlich wieder mit mehr Sport beginnen und meine Ernährung wieder auf Low Carb umstellen. Mal sehen, ob das hilft.

Ein bisschen Detox (?) 

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Sobald ich anfange, auf meine Ernährung zu achten, tendiere ich gleich in Richtung veganer Gerichte und der sogenannten Superfoods. Warum? Weil ich mich dann gut fühle. Auch wenn ich keinen Kuchen essen kann, will ich meinen Körper dennoch verwöhnen. Nur so besteht eine geringe Chance, auch durchzuhalten. Superfoods bedeutet nicht, dass ich Geldscheine werfend durch den Bioladen galoppiere. Ich meine damit nur, dass ich verstärkt Lebensmittel in meinen Speiseplan integriere, die nicht nur außergewöhnlich sind, sondern auch noch supernützlich. Meine derzeitigen Favoriten: Sellerie und Dinkel. Na ja, vielleicht nicht in Kombination…

Es gilt dabei grundsätzlich: Wenn es komisch klingt, weckt es absolut meine Neugier. Kein Wunder, dass die Aussicht, aus Gurke und Sellerie einen leckeren Guten-Morgen-Drink zu mixen mich sofort in helle Aufregung versetzt hat. Überzeugt hat mich schließlich dieser Artikel – vier Zutaten, die das Magenklima verbessern sollen. Schnurstracks bin ich in den Supermarkt gelaufen und habe Sellerie, Petersilie, Ananas und Gurke gekauft und mich dann ungeduldig ins Bett gelegt, voller Vorfreude auf den nächsten Morgen.

Die Ernüchterung kam relativ schnell – auch nach zwei Minuten Mixzeit waren noch immer Stückchen im Shake enthalten und so ein richtiger „Saft“ wollte es nicht werden. Und, oh weh, wie mein Körper rebellierte, als ich den ersten Schluck nahm… die Konsistenz, der merkwürdige Geschmack… einfach alles war fürchterlich! Durch pure Selbstbeherrschung brachte ich mich dazu, ein ganzes Glas davon runterzuwürgen. Den Rest kippte ich in eine Flasche und verfrachtete sie zunächst in den Kühlschrank. Allerdings – meinem Magen ging es an dem Tag wirklich gut (ich hatte in letzter Zeit vermehrt ein ziemlich unangenehmes Völlegefühl im Magen oder Sodbrennen). Kann natürlich auch an beliebig vielen anderen Faktoren gelegen haben, aber Fakt ist: Ich habe außer diesem Shake nichts im Vergleich zu den Vortagen geändert.

Bevor ihr jetzt alle aufhört zu lesen und der festen Überzeugung seid, dass dies ein schreckliches Experiment war – nur noch das: Am zweiten und dritten Tag habe ich den Shake morgens gekühlt getrunken (er kam ja aus dem Kühlschrank). Zufällig war das auch an den bisher wärmsten Tagen in Berlin dieses Jahr – es war sehr erfrischend und am dritten Tag auch gar nicht mehr eklig. Der Körper fand wohl nur den Geschmack etwas ungewohnt und brauchte eine Eingewöhnungszeit. Im Nachhinein kann ich diesen Selleriegurkepetersilienananasshake also empfehlen, weise aber gleichzeitig darauf hin, dass sich der Erholungseffekt erst am dritten Tag einstellt – wenn die anfängliche Skepsis überwunden ist…

Der Salat, der Pizza schlägt. 

Ich fange mal mit der Anekdote an, die zum Titel dieses Beitrags geführt hat. Als ich das Buffet für meinen Geburtstag plante, stand Pizza ganz hoch im Kurs – sie geht schnell und jeder mag sie. Da ich ja wochentags arbeite und abends tausend Dinge zu tun habe, die nichts mit Partyplanung zu tun haben, wollte ich dieses Jahr nicht so viel Aufwand betreiben (Freund Martin steht auch immer mit ermahnendem Blick daneben, wenn ich ihm meinen Plan erläutere – ich bin halt eine Übertreiberin). Dazu wollte ich noch Brot, Duos und Rohkost reichen. Erfahrungsgemäß muss ich mir bei solchen Abenden keine große Mühe mit dem Salat geben, denn die meisten Gäste lassen ihn eiskalt links liegen und starten direkt mit Pizza oder sonstigen Kohlehydraten durch. So weit, so gut. Wenn ich nicht zwei Tage vorher versehentlich einen Salat kreiert hätte, der so unglaublich lecker war, dass ich ihn unbedingt teilen wollte. Grundlage war ein Rezept, das ich zufällig im Internet entdeckt hatte. Das Witzige daran: Er enthielt fast nur Dinge, die ich noch vor einem halben Jahr kategorisch ausgeschlossen habe. 

Zutaten

  • Rotkohl 
  • Rote Bete 
  • Fenchel
  • Karotten
  • Selleriestangen
  • Cashewkerne 
  • Avocado
  • Azukibohnen

Wirklich, mit Sellerie oder Fenchel konnte man mich immer jagen! Man nehme alles zu ungefähr gleichen Teilen – je nach Geschmack halt mehr oder weniger von so manchem. Rotkohl und Fenchel in feine Streifen bzw. Scheiben hobeln, rote Bete und Karotten mit einem Julienneschneider in feine Streifen schneiden. Sellerie in Scheiben schnippeln, Avocado würfeln. Cashews anrösten und Bohnen kochen (nicht vergessen, sie vorher 8h einzuweichen – alternativ einfach ’ne Konserve verwenden). Alles zusammen in eine Schüssel und dann würzen:

  • Zitronensaft 
  • Balsamico
  • Pfeffer 
  • Salz 
  • Minze 

Minze fein hacken, alles vermischen. Fertig. Pures Glück. Ihr dürft raten, was am Buffet als allererstes verspeist war. Kleiner Tipp: Es war nicht die Pizza…

Schwitzklamotten

Wenn man ich ist, muss man sich ums Schwitzen eigentlich keine Gedanken machen (danke, Papa, für diese tollen Gene). Bei 15 Grad fängt mein Körper an zu rebellieren und fühlt sich angegriffen. Alarmstufe Rot, wir verbrennen! Die Schweißdrüsen werden geöffnet und dann bis November nicht wieder geschlossen… es ist ein Fluch. Make Up kann ich im Sommer vergessen, ebenso gehe ich nie ohne Wechseloberteil zur Arbeit. Aber – Schwitzen kann tatsächlich auch manchmal erwünscht sein, zum Beispiel beim Sport. Da will ich ja hinterher kladdernass sein, damit ich weiß, dass ich genug gegeben habe. Psychologie und so.

Ich habe mit also bei Amazon eine sogenannte Schwitzhose bestellt (so ein Ding hier). Die kommen meist aus China und bestehen aus Neopren. Nach zwei Waschgängen war der fiese Plastikgeruch weg und ich bilde mir ein, dass ich auch alle Giftstoffe herausgewaschen habe (… hoffentlich).

Nun gut. Der erste sportliche Akt ist es, in diese Hose hineinzukommen. Bis zu den Knien konnte ich sie ziehen. Dann fing ich ob des Kontakts mit dem Neopren an zu schwitzen (Ziel erreicht!)… und Neopren klebt auf Haut. Es half nichts, ich kämpfte das Hosenungetüm über die schwitzende Haut. Wohlgemerkt tat ich das unter größter körperlicher Anstrengung, was natürlich meinen Körper zu erhöhter Schweißbildung anregte, was wiederum das Hosenunterfangen weiter in die Länge zerrte. Nach zehn Minuten saß das Ding aber endlich. Bequem war es nicht gerade. Es zwickte und engte mich doch sehr ein, und irgendwie fiel mir das Gehen schwer. Ich überredete mich selbst, trotzdem einfach mal loszulaufen (ich wollte den Sport auch hinter mich bringen, immerhin war es bereits 19 Uhr und ich wollte irgendwann auch mal ausruhen).

Nach meinem ersten Lauf in dieser Schwitzhose kann ich sagen: Ist ganz geil. Eine halbe Stunde laufen hat dazu geführt, dass alles an den richtigen Platz gerutscht ist und ich fühle mich jetzt geborgen umgeben von meinem Neopren. Ob sie was bringt, werde ich wohl nie erfahren (ich weiß ja nicht, wie es ohne gelaufen wäre). Sie ist auf jeden Fall psychologisch gut, denn über zu wenig Schweiß kann ich nicht klagen. Ich werde sie also in Zukunft öfter mal anziehen – wenn ich danach sofort duschen kann.